Berufsmatur (BMA)

Der Weg zur Berufsmatur

Die Berufslernenden des BWZ können eine eidgenössische anerkannte Berufsmatur erwerben. Den Fachunterricht besuchen sie in Brugg, die BMS-Fächer an anderen Berufsfachschulen im Kanton.
Floristinnen
BS Aarau (gestalterische BMS)
Forstwart
BS Aarau (gestalterische BMS), BS Lenzburg (technische BMS)
Gärtner
BS Aarau (gestalterische BMS)
Elektroinstallateur
BS Aarau (technische BMS), BS Lenzburg (technische BMS)
Netzelektriker
BS Lenzburg (technische BMS)
Multimediaelektroniker
BS Aarau (technische BMS), BS Lenzburg (technische BMS)

Wozu eine Berufsmatur?

Neue Produkte, neue Arbeitsweisen und -strukturen, neue gesellschaftliche und politische Bedingungen verlangen eine neue Ausbildung. In der BMA werden neue Inhalte vermittelt in neuen Formen - einer neuen Lernkultur.

Es wird also alles anders?

Nein! Die BMA hat zwar neue und hochgesteckte Ziele. Der Ausbildungsweg steht aber auf bewährtem Fundament. Genau wie in der weiterhin bestehenden Berufsfachschule bleibt die Meisterlehre im Betrieb als praxisbezogene Grundausbildung im Zentrum. Praxisnähe gilt auch in der BMA.

Was heisst Berufsmatur?

Die Berufsmatur in technischer Richtung als Abschluss des neuen Ausbildungswegs berechtigt zum prüfungsfreien Übertritt in eine Fachhochschule.

Neue Lernkultur

Berufslernende, die sich für den Weg zur Berufsmatur entschieden haben, verbringen mehr Zeit in der Schule als die Berufslernenden einer Berufsfachschule, zwischen eineinhalb und zwei Tage pro Woche. Damit die neue BMA ihre hoch gesteckten Ziele erreichen kann, ist eine neue Lernkultur nötig.

Was heisst neue Lernkultur?

Der Rahmenlehrplan des BBT für die Vorbereitung auf die Technische Berufsmatura setzt neue Schwerpunkte.

Fächerübergreifender Unterricht - Ganzheitlichkeit

In der BMA fallen die Grenzen zwischen den einzelnen Fächern manchmal weg. Dann arbeiten Berufslernende mit mehreren Lehrpersonen an einem Thema aus verschiedenen fachspezifischen Perspektiven. Dieser ganzheitliche Ansatz ist zugleich intensiver und praxisnäher als der traditionelle Unterricht.

Eigenverantwortlichkeit

In der BMA übernehmen Schülerinnen und Schüler eine besonders aktive Rolle. Einen Teil des Unterrichtsstoffes erarbeiten sie im Selbststudium, so dass mehr Schulzeit dem Anwenden, Üben, Verknüpfen und der Erfolgskontrolle gewidmet werden kann. In der BMA wird bewusst nicht nur Einzelwissen angehäuft, sondern die eigenverantwortliche Studierfähigkeit geschult und damit die Grundlage für ein lebenslanges Lernen gelegt.

Eintritt

In die BMA aufgenommen werden Schülerinnen und Schüler, die an der Abschlussprüfung der Bezirksschule einen Notendurchschnitt von mindestens 4,4 erreicht haben. Für alle übrigen Kandidatinnen und Kandidaten findet eine Aufnahmeprüfung in den Fächern Deutsch, Französisch und Mathematik statt.

Anschlüsse
In der BMA wird neben den praktischen Berufskenntnissen der Lehre eine breite Allgemeinbildung mit ganzheitlicher Optik und Studierfähigkeit vermittelt. Die Berufsmatur ermöglicht damit in erster Linie den prüfungsfreien Eintritt in eine Fachhochschule.

Entscheidungen

Berufsfachschule oder BMA? Welche persönlichen Voraussetzungen und Haltungen passen zu welchem Schultyp? Die beiden folgenden Beispiele sind als modellhafte Entscheidungshilfe gedacht.
A. Ich entscheide mich für die BS...
... aus Freude an meinem Beruf. Für mich zählt eine solide Ausbildung. Ohne Theorie geht das nicht. Die Schule ist mir aber mehr ein Mittel zum Zweck; mir kommt es vor allem auf die Praxis an.
Hausaufgaben müssen leider sein. Ich löse sie möglichst effizient, denn mein Leben besteht ja nicht nur aus Arbeit im Lehrbetrieb und Schule: Es gibt noch so viele andere Dinge, die mich mehr als ausfüllen.
Was ich nach der Lehre mache, weiss ich noch nicht. Vielleicht eine Weltreise - oder ich besuche eine Technikerschule oder hänge eine Zusatzlehre an. In ein paar Jahren sehe ich weiter ... denn: Praktiker kann man überall brauchen.
B. Ich entscheide mich für die BMA...
... aus Freude an meinem Beruf. Eine Zeitlang habe ich allerdings gezögert, ob ich mich nicht doch lieber für die Kantonsschule entscheiden sollte. Denn eigentlich lese ich ja gern, und das Lernen macht mir (meistens) Spass - ich bin eben von Natur aus neugierig. Aber andererseits ... ich will mit dem Gelernten auch etwas Praktisches anfangen. Der Weg zur Berufsmatur kommt für mich da gerade zur rechten Zeit.
Ganz leicht wird es wohl nicht immer sein. Ich werde Prioritäten setzen müssen, zum Beispiel, wenn meine Kolleginnen und Kollegen aus der Berufsfachschule einen freien Samstag oder Feierabend geniessen. Und mein künftiger Chef hat durchblicken lassen, von einem Absolventen der BMA erwarte er natürlich ein bisschen mehr als Durchschnitt. Eigentlich ist mir das recht. Ich erwarte auch viel von ihm.
So ganz genau weiss ich noch nicht, was ich anfangen werde, wenn ich das Fähigkeitszeugnis und die Berufsmatur in der Tasche habe. Zur Zeit denke ich an eine Fachhochschule. Ich könnte mir gut vorstellen, später eine Zeitlang im Ausland zu arbeiten. Mich interessiert halt auch, was sich ausserhalb unserer Landesgrenze zuträgt.

Ich freue mich auf vier intensive Jahre und werde die Augen offenhalten.